Horror-Unfall auf A66 Lambo-Fahrer will sich stellen, hat aber dreiste Bedingung

Feuerwehrfahrzeuge stehen bei einem der ausgebrannten Fahrzeuge auf der Autobahn 66. Bei dem Unfall bei Hofheim am Taunus (Main-Taunus-Kreis) ist ein Mensch ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, wurde ein weiterer Mensch verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zwei Autos seien ausgebrannt, in einem davon habe man den Toten entdeckt.

Hofheim/Taunus – Auch nach knapp drei Wochen schlägt das tödliche Autorennen vom 10. Oktober auf der Autobahn 66 bei Hofheim am Taunus weiter hohe Wellen. Zwei zwischenzeitlich festgenommene Autofahrer sind wieder aus der U-Haft entlassen worden, nach dem dritten Fahrer wird weiter gefahndet.

Jetzt will sich der öffentlich Gesuchte offenbar stellen. Dafür hat der 34-Jährige allerdings eine entscheidende Bedingung.

Lamborghini-Fahrer will sich nach Horror-Unfall auf A66 stellen

Er fordert laut „Hessenschau“ über seinen Anwalt, dass er in diesem Fall nicht in Haft muss. In den Ermittlungen hatte es zuletzt eine Wende gegeben, der anfängliche Verdacht auf Mord durch ein illegales Rennen hatte sich nicht bestätigt.

Weil bei den anderen Verdächtigen keine Fluchtgefahr bestand, wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Eine ähnliche Behandlung wünscht sich nun auch der dritte mutmaßliche Fahrer. Angesichts seiner inzwischen mehrere Wochen andauernden Flucht will die Staatsanwaltschaft dem dreisten Wunsch nicht nachkommen.

Eine Sprecherin sagte dem hr, dass weiterhin dringender Tatverdacht gegen den Fahrer bestehe.

Polizei fahndet nach Gesuchtem

Am Mittwochabend (14. Oktober) war der Fall und der noch flüchtige Fahrer zum Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ geworden. Nach Ausstrahlung der Sendung seien mehrere Dutzend Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Folgetag. Es sei aber noch zu keiner Festnahme gekommen.

Die Öffentlichkeitsfahndung nach dem 34-jährigen flüchtigen Tatverdächtigen sei weiterhin aktuell.

Feuerwehrfahrzeuge stehen bei einem der ausgebrannten Fahrzeuge auf der Autobahn 66. Bei dem Unfall bei Hofheim am Taunus (Main-Taunus-Kreis) ist ein Mensch ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, wurde ein weiterer Mensch verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zwei Autos seien ausgebrannt, in einem davon habe man den Toten entdeckt.

Der Gesuchte wird wie folgt beschrieben:

  • 1,90 Meter groß, kräftig
  • Schwarze längere Haare (evtl. zum Zopf gebunden), schwarzer Bart
  • Braune Augen

Wie die „Bild“ berichtet, geht im Bekanntenkreis des Gesuchten das Gerücht um, dass sich der Lamborghini-Fahrer nach dem tödlichen Crash in den Nahen Osten abgesetzt habe. Er habe Verbindungen in die Vereinigten Arabischen Emirate und Geschäftskontakte im Iran.

Doch auch dort könnten Ermittler ihm auf die Schliche kommen. Demnach werde der Mann per internationalem Haftbefehl gesucht. 

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Montag (12. Oktober) Fotos des gesuchten Mannes veröffentlicht. Nach bisherigen Erkenntnissen habe er keinen festen Wohnsitz.

Drei Fahrer nach tödlichem Unfall auf der A66 im Fokus

Das Polizeipräsidium Westhessen richtete am Mittwoch zudem ein eigene Internetseite ein, auf der Zeugen Fotos, Videoaufnahmen oder Screenshots von Online-Seiten oder aus sozialen Netzwerken hochladen können, die im Zusammenhang mit dem Vorfall stehen könnten.

Nach einem illegalen Autorennen mit drei Fahrzeugen auf der Autobahn 66 mit tödlichem Ausgang hat die Polizei auch einen Mann aus dem Raum Aachen festgenommen.

Gegen die insgesamt drei Fahrer des mutmaßlichen illegalen Rennens, bei dem eine unbeteiligte Frau ums Leben kam, wurde zunächst wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen sowie mit gemeingefährlichen Mitteln ermittelt. Drei Sportwagen (zwei Lamborghinis und ein Porsche) waren an dem Vorfall beteiligt.

Mit Tempo 200 über die Autobahn – unbeteiligte Frau kam ums Leben

Sie sollen am Samstagmittag auf der Autobahn entlanggerast sein, als einer von ihnen laut Staatsanwaltschaft beim Überholen mit etwa Tempo 200 die Kontrolle verlor. Daraufhin rammte er einen nicht am Rennen beteiligten Wagen. Dessen Insassin kam ums Leben.

Der Fahrer des Sportwagens, ein 29 Jahre alter Iraner, war in eine Klinik gebracht und dann festgenommen worden. Ein 26-jähriger Deutscher aus Nordrhein-Westfalen stellte sich am selben Tag der Polizei. (dpa, so)