Prozess in Düsseldorf Kahlid (19) schlägt immer die Schwächsten

Kahlid M. (19) muss sich seit Montag (4.Oktober 2021) in Düsseldorf vor Gericht verantworten.

Ein 19-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm eine immense Anzahl von Taten vor. 

Düsseldorf. Da kann man nur froh sein, wenn man Kahlid M. (19, Name geändert) nicht auf der Straße begegnet. Denn der greift ohne Grund an. Vor allem Frauen und Hilflose sucht er sich als Opfer aus. Zig mal ist er vorbestraft. Jetzt soll ihn ein Gericht endlich in die Psychiatrie einweisen. Denn Kahlid M. ist eine tickende Zeitbombe.

Als 13-Jähriger wurde Kahlid M. allein von Schleusern nach Deutschland gebracht. Hier lebte er bei einer Pflegefamilie und in Heimen. Ohne seine eigene Familie in einem fremden Land begann der Junge zu trinken und griff auch immer wieder zu Drogen. Die Folge: Er flippte ständig aus.

Prozess in Düsseldorf: Angeklagter schon mehrfach vor Jugendrichter

Sein Anwalt formulierte das am Montag (4. Oktober 2021) so: „Er macht einfach das, wonach ihm ist. Wenn er Hunger hat, klaut er einen Schokoriegel und wenn er Durst hat, eine Getränkedose.“ Jeden Tag stellt er etwas an. Deshalb stand er schon etliche Male vor dem Jugendrichter.

Doch da Kahlid M. unter Schizophrenie leidet und Stimmen hört, wurde er wiederholt wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Mit der Folge: Kaum hat er den Gerichtssaal verlassen, schlägt er erneut zu. Jetzt ist er vorläufig in einer Klinik untergebracht und bekommt Medikamente. Dadurch wird er ruhiger, aber unterhält sich immer noch mit Gott und dem Teufel.

Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit dicker Anklage gegen Kahlid

13 Straftaten wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. So haut er unvermittelt jungen Frauen mit Wucht auf dem Po. „Weil ich das lustig finde“, sagt er zur Richterin. Die fragte nach: „Fänden Sie das auch lustig, wenn man das mit Ihnen machen würde?“ Die Antwort: „Nein! Dann würde ich zuschlagen.“

Das tut Kahlid M. aber auch ohne Anlass. So verprügelte er einen alten Mann (83) oder tritt weibliche Passantinnen in den Rücken. Einmal würgte er eine Frau, die nach dem plötzlichen Angriff unter Schock stand. Einer vorbeifahrenden Radlerin versuchte er, die Handtasche zu entreißen. Und im Knast legte er sich mit Justizbeamten an.

Der Schläger hat so viele Straftaten begangen, dass er sich nicht mehr an alles erinnern kann. Vor Stärkeren nimmt er sich in Acht. Als ein kräftiger Passant sich schützend vor das 83-jährige Opfer stellte, ließ er sich von ihm festhalten. „Der war sehr groß. Deshalb habe ich ihn nicht geschlagen“, grinst er vor Gericht. Der Prozess wird demnächst fortgesetzt.