Grund macht richtig Angst  Mann attackiert „Teufel“ auf Friedhof in Bergisch Gladbach

Auf dem Friedhof in Bergisch Gladbach kam es zum Eklat. (Symbolbild)

Köln – Er wollte lediglich das Grab seiner kürzlich verstorbenen Frau pflegen, als ein weiterer Besucher des Friedhofs am Refrather Weg in Bergisch Gladbach plötzlich mit Wasser spritzte. „Bitte lassen Sie das“, sagte der 58-Jährige, woraufhin der Fremde zum Angriff überging. Dessen Motiv war total irre: Er hielt sich für Jesus.

Bergisch Gladbach: Mann mit Schaufel auf Friedhof attackiert

Seit Mittwoch muss sich der Mann wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Mit einem Kehrblech, das sein Opfer dabei hatte, schlug Mohammad S. laut Anklage (29) auf den 30 Jahre älteren Mann ein, was die Staatsanwaltschaft als gefährliche Körperverletzung wertet.

Dann soll der Beschuldigte sein Opfer mit Tötungsabsicht gewürgt haben. Eine Friedhofsbesucherin rief die Polizei. Die Beamten waren so schnell vor Ort, dass sie die Würgeattacke noch rechtzeitig stoppen konnten.

Köln: Angreifer droht dauerhafte Einweisung in Psychiatrie

Während der 58-Jährige schwer verletzt mit angeschwollener Zunge in ein Krankenhaus kam, wurde der Täter in die Psychiatrie eingeliefert. Beim Prozess vor dem Kölner Landgericht droht dem Mann, der unter Schizophrenie leidet, die dauerhafte Unterbringung.

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Aufgrund des Coronavirus fand der Prozess am Mittwoch im großen Saal 112 statt, um den empfohlenen Sicherheitsabstand zwischen den Beteiligten wahrnehme zu können. Der Angeklagte saß neben seinem Verteidiger Karl-Christoph Bode.

Köln: Täter griff als „Jesus“ den „Teufel“ an

Während er selbst sich als Jesus angesehen habe, habe er den Friedhofsbesucher als den Teufel ausgemacht, so die Erklärung des Motivs. „Hätte er die Grabschaufel oder die japanische Hacke genommen, dann hätte er mich problemlos töten können“, sagte der geschädigte 58-Jährige im Zeugenstand.

Er habe dem Mann vergeben, es sei ihm klar, dass der Angriff nicht ihm persönlich gegolten und der Angreifer aufgrund seiner Krankheit so gehandelt habe. „Ich hoffe, dass Gott ihn gesund macht“, sagte das Opfer. Der Prozess wird fortgesetzt.