In Kölner Testzentrum Karl Lauterbach spricht Klartext zu Corona-Maskenpflicht

Professor Karl Lauterbach entnimmt am Montag (14. Juni) bei Testling Martin (Coronapoint) einen Abstrich in der Teststation im Studio Dumont.

Köln – Hoher Besuch im Studio DuMont auf der Breite Straße. Im Coronapoint-Testzentrum folgte SPD-Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach am Montagmittag (14.6.) der Einladung der Gründer Marcel Klein und Martin von der Hocht und entnahm selbst Abstriche in der Testkabine.

  • Studio DuMont: Karl Lauterbach besucht Coronapoint-Testzentrum
  • SPD-Gesundheitsexperte plädiert für Lockerung der Maskenpflicht
  • Karl Lauterbach bezieht Stellung zu Massenpartys am Aachener Weiher

Lauterbach erklärte, damit auch ein Stück Danke sagen zu wollen. „Wir haben durch die Testungen viel erreicht. Durch die Struktur in Deutschland wurde dazu beigetragen, dass wir die Superspreader, die die Pandemie unterhalten, identifizieren konnten und in Quarantäne bringen konnten. Dazu haben die Schnelltests einen unerlässlichen, unbezahlbaren Wert erbracht. Daher bin ich nicht der Meinung, dass wir auf die Testzentren verzichten können“, so Lauterbach.

„Ich habe mich sehr geärgert, dass ein paar wenige Zentren den Ruf dieser wichtigen Branche, der wir so viel verdanken, beschädigt haben. Darum bin ich gerne heute hierher in Studio Dumont gekommen, um das zu schätzen.“   

Karl Lauterbach sieht Ende der Corona-Tests noch in weiter Ferne

Das Ende der Testungen sieht der Epidemiologe noch lange nicht. Schließlich würden in England die Inzidenzen wieder steigen. Lauterbach: „Wenn die Herdenimmunität erreicht ist, werden die Testzentren nur noch für Innenraumereignisse gebraucht werden. Wir müssen aber davon ausgehen, dass wir im Herbst zahlreiche Begegnungen haben, wo Tests notwendig sind, zum Beispiel in Clubs. Das ist aus meiner Sicht nur möglich in der Kombination Genesene, Geimpfte und Getestete.“

Lauterbach zu Maskenpflicht im Freien: „Finde es richtig, dass wir lockerer werden“

In der Debatte um die Lockerungen der Maskenpflicht, die FDP-Größe Kubicki eingefordert hatte, betonte Lauterbach: „Ich finde es richtig, dass wir bei der Maskenpflicht lockerer werden. Auf den viel frequentierten Plätzen und Straßen im Außenbereich wie zum Beispiel auf der Breite Straße ist es nicht gefährlich ohne Maske zu flanieren. Da können wir sie uns sparen. Aber tatsächlich ist sie nach wie vor notwendig für den ÖPNV und in den Innenräumen. Da ist die Gefahr nach wie vor zu hoch sich zu infizieren. Da würde ich noch ein paar Wochen warten. Der Vorstoß von Herrn Kubicki ist nicht hilfreich, sondern populistisch, das ist ein Wahlkampf mit der Gesundheit der Bevölkerung. Wir haben vulnerable Menschen, die noch nicht geschützt sind und die wir nicht gefährden dürfen“, so Karl Lauterbach im Coronapoint-Testzentrum.

Kölner SPD-Gesundheitsexperte äußert sich zu Massen-Partys am Aachener Weiher

Die Massenansammlungen wie am Aachener Weiher in Köln vom Wochenende betrachtet Lauterbach aufmerksam.

Karl Lauterbach (r.) im Studio Dumont Testzentrum in der Breite mit  Martin von der Hocht und Marcel Klein von Coronapoint.

Sein Rat, ehe er die Teststation im Herzen der City verließ: „Man muss an die Menschen appellieren, die sich dort befinden. Die Polizei muss versuchen, im Guten das abzuwenden. Ich verstehe, dass die jungen ihr Leben zurückhaben wollen, und sich verhalten wollen, wie es vor Corona war. Aber da muss man an die Vernunft und das Gemeinschaftliche appellieren: Es sind nur noch wenige Wochen, dann sind durch die Impfungen diese Möglichkeiten gegeben. Die Menschen am Aachener Weiher sind keine Querdenker, sie wollten nur feiern. Sie haben auch schnell reagiert auf die Intervention der Polizei, die auch sehr maßvoll war und vorbildlich gelaufen ist.  Nach kurzer Zeit konnte das aufgelöst werden und ich finde das richtig, dass darüber berichtet wird.“    

Sperrungen von solchen Arealen halte er nicht für zielführend: „Es ist sinnvoll, dass man sehr früh mit Ordnungskräften sich anschaut: Wie füllt sich das auf? Dann ist es wichtig früh einzugreifen.“

Übrigens: Die EM-Spiele verfolgt der im belgischen Viertel wohnhafte Politiker am Rande auch. Sein Tipp fürs Deutschland-Spiel am Dienstagabend: „Frankreich verliert...“ (red)